HUNDEPÄDAGOGE

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Hundeführerschein, Sachkundenachweis und Wesenstest

Hundeführerschein

Die Prüfung für den Hundeführerschein ist in einen theoretischen und einen praktischen Abschnitt unterteilt. Im theoretischen Teil soll der Hundeführer sein Fachwissen unter Beweis stellen, der praktische Teil befasst sich damit, ob Hund und Halter in der Öffentlichkeit ohne andere Menschen oder Hunde zu belästigen oder zu gefährden agieren. Der Hundeführerschein beinhaltet den Sachkundenacheis gemäß § 5 des Thüringer Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG).

Prüfungsinhalte des theoretischen Teils

Eine theoretische Prüfung in Form eines Fragebogens überprüft das Wissen des Hundehalters rund um das Thema Hund (Haltung, Pflege, Erziehung, Haftung, etc.). Die Prüfung enthält 40 Fragen, wobei 75 % der möglichen Punktzahl erreicht werden müssen. Zum Herumschnuppern oder zur Vorbereitung finden Sie hier den komplette Fragenkatalog. Diese Fragen sind durch das Land Thüringen vorgegeben und damit nicht veränderbar.

Prüfungsinhalte des praktischen Teils

Um das Mensch-Hund-Team beurteilen zu können, findet die Prüfung in unterschiedlichen, d.h. ablenkungsarmen als auch sehr stressigen, Umgebungen statt. So kann ein umfassendes Bild vom Hund und der Alltagstauglichkeit des Mensch-Hund-Teams gewonnen werden.

Voraussetzung für die praktische Prüfung ist die bestandene theoretische Prüfung. Zwischen Theorie- und Praxisprüfung dürfen nicht mehr als 12 Monate liegen, in der Regel wird die Theorieprüfung direkt vor der praktischen Prüfung abgelegt.

In der praktischen Prüfung dürfen – im Gegensatz zur Begleithundeprüfung – in Maßen auch Hilfsmittel eingesetzt werden, die der Hundehalter im Alltag auch verwendet (wie Leckerlies, Lob, Streicheln, Hundepfeife etc.). Ausgeschlossen sind Zughalsbänder ohne Stopp, Stachelwürger und Brustgeschirre mit Zugwirkung unter den Achseln. Die zu prüfenden Signale können dem Hund durch Worte und / oder Sichtzeichen mitgeteilt werden, wobei keine Verpflichtung zur Verwendung bestimmter Signale (bspw. nur Platz statt down) besteht.

Die Prüfungsgruppe besteht aus maximal sechs Mensch-Hund-Teams, wobei die speziellen Prüfungssituationen bei jedem Halter-Hund-Team einzeln überprüft werden.

Die Termine finden nach individueller Terminabsprache statt. Ein Vorbereitungskurs mit anschließender Prüfung startet am 26. April (Vorbereitung am 26.4., 3.5. und 10.5., Prüfung am 24.5.2022) - Anmeldungen sind im Kurskalender möglich.

Die Kosten für den Vorbereitungskurs für den Hundeführerschein belaufen sich auf 60,00 € pro Mensch-Hund-Team.

Die Kosten für die Prüfung für den Hundeführerschein belaufen sich auf 150,00 € pro Mensch-Hund-Team.


Wesenstest

Ein Wesenstest wird für einen Hund durch die zuständige Behörde angeordnet, wenn dieser durch gefährliches Verhalten auffällig wurde.

Der Gesetzgeber formuliert gemäß ThürTierGefG § 3 Abs. 2, dass dies in der Regel dann der Fall ist, wenn Hunde:

  1. eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust, Schärfe oder andere in ihrer Wirkung vergleichbare Eigenschaft entwickelt haben,
  2. einen Menschen gebissen haben, sofern dies nicht zu Verteidigung anlässlich einer strafbaren Handlung oder aus dem elementaren Selbsterhaltungstrieb des Hundes geschah,
  3. ein Tier gebissen haben, ohne selbst angegriffen worden zu sein oder einen anderen Hund trotz dessen offensichtlich erkennbarer, artüblicher Unterwerfungsgestik gebissen und nicht nur geringfügig verletzt haben,
  4. außerhalb des befriedeten Besitztums des Halters wiederholt in aggressiver oder Gefahr drohender Weise Menschen angesprungen oder ein anderes aggressives Verhalten gezeigt haben, das nicht dem elementaren Selbsterhaltungstrieb des Hundes entspringt oder
  5. durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie Vieh, Katzen oder Hunde sowie unkontrolliert Wild hetzen oder reißen.

Mit dem Wesenstest soll festgestellt werden, ob der betreffende Hund zu sozialverträglichem Verhalten fähig ist bzw. ein übersteigertes Aggressionsverhalten zeigt.

Die festgestellte Gefährlichkeit eines Hundes kann durch einen erneuten Wesenstest widerlegt werden.
(ThürTierGefG § 3 Abs. 4 )

Voraussetzungen, Inhalt und Durchführung eines Wesenstests sind im Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) und in der Thüringer Verordnung über die Prüfungsstandards und die Durchführung des Wesenstests (Thüringer Wesenstestverordnung – ThürWesenstestVO -) geregelt.

Die Kosten für einen Wesenstest belaufen sich auf 350,00 € pro Hund, einschließlich Gutachten und Teilnahme am Prüfungskommissionsgespräch (mit Ordnungsamt und Veterinäramt), zuzüglich aller anfallenden Fahrtkosten.


Sachkundenachweis

Halter eines Hundes, dessen Gefährlichkeit durch einen Wesenstest festgestellt wurde, benötigen in Thüringen hierfür eine Erlaubnis zur Haltung des Hundes. Eine Voraussetzung für den Erhalt Haltungserlaubnis ist die erforderliche Sachkunde des Hundehalters, die mit erfolgreich abgelegter Sachkundeprüfung bewiesen wird.

Ferner steht es jedem Hundehalter frei eine Sachkundeprüfung auf freiwilliger Basis abzulegen.

Voraussetzungen, Inhalt und Durchführung einer Sachkundeprüfung sind im Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) und in der Thüringer Verordnung über die Prüfungsstandards und die Durchführung der Sachkundeprüfung bei gefährlichen Tieren (Thüringer Sachkundeprüfungsverordnung – ThürSachkundePrüfVO) geregelt.

Die Kosten für die theoretische, sowie praktische Sachkundeprüfung gem. ThürTierGefG belaufen sich auf 150,00 € pro Mensch-Hund-Team.




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